Software, Werte & Generation Z – warum Recruiting heute komplett anders funktioniert
Der Arbeitsmarkt hat sich grundlegend verändert. Wo früher Bewerber um Stellen konkurrierten, stehen heute Unternehmen im Wettbewerb um Talente. Fachkräfte können auswählen, vergleichen und entscheiden. Und genau das zwingt Organisationen dazu, ihre Personalgewinnung neu zu denken.
In unserem Podcast BORMENS Insights sprechen wir genau über diesen Wandel: Warum klassisches Recruiting nicht mehr greift, welche Rolle Software wirklich spielt – und weshalb Werte und Authentizität für die Generation Z entscheidender sind als je zuvor.
Der Arbeitsmarkt hat sich gedreht
Viele Unternehmen arbeiten noch immer mit Prozessen aus einer Zeit, in der Bewerbungen knapp und Auswahl groß war. Lange Reaktionszeiten, komplizierte Bewerbungsformulare und austauschbare Stellenanzeigen sind nach wie vor Alltag.
Das Problem: Kandidatinnen und Kandidaten interpretieren diese Signale sehr klar. Wer wochenlang nichts hört oder keine echten Einblicke bekommt, geht weiter – oft schon nach dem ersten Kontaktpunkt.
Heute gilt:
Nicht Bewerber bewerben sich bei Unternehmen, sondern Unternehmen bei Talenten.
Warum klassische Personalgewinnung scheitert
Aus der Praxis sehen wir immer wieder dieselben Muster – unabhängig von Branche oder Unternehmensgröße:
1. Zu lange Reaktionszeiten
Wer Tage oder Wochen für Rückmeldungen braucht, signalisiert fehlende Wertschätzung. In einem Markt mit mehreren Optionen ist man damit sofort raus.
2. Austauschbare Stellenanzeigen
Viele Jobangebote klingen gleich, nutzen dieselben Floskeln und sagen wenig über den tatsächlichen Arbeitsalltag aus. Begeisterung entsteht so nicht.
3. Kein echtes Zielgruppenverständnis
Besonders die Generation Z wird häufig falsch eingeschätzt. Sie informiert sich schneller, entscheidet schneller – und legt großen Wert auf Transparenz, Sinn und Authentizität. Alte Muster wirken hier unglaubwürdig oder schlicht irrelevant.
Recruiting scheitert heute nicht, weil Menschen nicht arbeiten wollen – sondern weil Unternehmen ihre Zielgruppe nicht mehr richtig erreichen.
Recruiting ist keine HR-Disziplin mehr – sondern eine Schnittstelle
Moderne Personalgewinnung ist kein isolierter HR-Prozess. Sie liegt genau zwischen Marketing, Technologie und Haltung.
Unternehmen konkurrieren nicht nur um Bewerbungen, sondern um Aufmerksamkeit. Diese gewinnt man nicht über Standard-Jobportale allein, sondern über relevante Inhalte, klare Botschaften und die Kanäle, auf denen sich die Zielgruppe tatsächlich bewegt.
Wer ausschließlich auf klassische Wege setzt, verliert Reichweite – und damit Relevanz.
Software als Gamechanger – wenn sie richtig eingesetzt wird
Software allein löst keine Probleme. Viele Unternehmen nutzen mehrere Tools gleichzeitig, ohne klare Strategie oder saubere Verzahnung. Das Ergebnis: mehr Komplexität statt besserer Prozesse.
Richtig eingesetzt wird Software jedoch zum echten Hebel:
Automatisierte Multi-Channel-Ausspielung, um Kandidaten dort zu erreichen, wo sie sich wirklich aufhalten
Datenbasierte Optimierung, statt Recruiting nach Bauchgefühl
Klar strukturierte Candidate Journeys, ohne unnötige Hürden
Das Ziel ist nicht, mehr Bewerbungen zu generieren – sondern passendere. Menschen, die wirklich zur Stelle, zum Unternehmen und zur Kultur passen.
Gute Prozesse fühlen sich für Bewerber einfach gut an: kurze Wege, schnelle Rückmeldungen, Transparenz. Und genau dieses Gefühl entscheidet oft über Zu- oder Absage.
Werte & Generation Z: Authentizität schlägt Perfektion
Die Generation Z wird häufig mit Vorurteilen belegt. Unsere Erfahrung zeigt etwas anderes:
Diese Generation sucht keinen perfekten Arbeitgeber – sondern einen ehrlichen.
Gehalt ist wichtig, aber nicht der entscheidende Faktor. Die zentralen Fragen lauten:
Wofür steht dieses Unternehmen wirklich?
Wie werden Menschen hier behandelt?
Wird das, was kommuniziert wird, auch gelebt?
Widersprüche werden sofort erkannt. Wenn außen etwas versprochen wird, das innen nicht existiert, ist das Vertrauen weg – oft schon vor dem ersten Gespräch.
Employer Branding ist deshalb kein Marketingprojekt für schöne Bilder. Es ist ein zentraler Bestandteil moderner Personalgewinnung. Echte Einblicke, klare Haltung und der Mut, nicht jedem gefallen zu wollen, machen heute den Unterschied.
Recruiting ist Beziehungsaufbau
Recruiting ist längst kein Verwaltungsakt mehr. Es ist Beziehungsarbeit – vom ersten Kontakt bis zur Entscheidung und darüber hinaus.
Wer Werte klar kommuniziert, zieht automatisch die Menschen an, die wirklich passen. Das reduziert Fehlbesetzungen, senkt Kosten und sorgt für nachhaltigere Teams.
Werte sind kein weiches Thema. Sie sind ein wirtschaftlicher Faktor.
Was wir bei BORMENS anders machen
Unser Ansatz ist bewusst ganzheitlich. Wir verbinden HR-Know-how, Sales-Denken und moderne Technologie.
Wir denken Recruiting nicht vom Unternehmen aus, sondern vom Markt:
Nicht „Was wollen wir?“ – sondern
„Warum sollte sich jemand genau hier bewerben?“
Kandidaten vergleichen Angebote, Botschaften und Unternehmen. Wer diese Perspektive einnimmt, kommuniziert relevanter, klarer und ehrlicher.
Keine Standards, keine Schablonen – sondern individuelle Systeme, die zur Zielgruppe, Branche und Kultur passen.
Fazit: Personalgewinnung neu denken
Moderne Personalgewinnung bedeutet:
schneller, ehrlicher, digitaler – und gleichzeitig menschlicher zu werden.
Software schafft Reichweite.
Werte schaffen Vertrauen.
Erst zusammen entsteht nachhaltiger Recruiting-Erfolg.
Unternehmen, die Recruiting neu denken, verändern nicht nur ihre Prozesse – sondern ihre Wahrnehmung im Markt. Und genau das macht Personalgewinnung vom Pflichtprogramm zum strategischen Wettbewerbsvorteil.
Reichweite + Vertrauen = Erfolg.